Willkommen beim Schweizerischen Pontonier-Sportverband
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Spektakuläre Flossfahrt Solothurn-Laufenburg
Auf spektaktuläre, aber absolut authentische Art und Weise haben sieben Aarburger Pontoniere vom 20. bis 28. September 2007 der Schweizer Bevölkerung vor Augen geführt, wie viel Herzblut und Schweiss unsere Vorfahren in den Transport ihrer Lebensmittel investierten.

Mit einem nachgebauten Floss "anno dazumal" haben die Pontoniere die Strecke von Solothurn bis Laufenburg befahren. An jedem Tagesetappenziel, meistens eine Stadt oder eine grössere Gemeinde, wurden eine Anzahl regionaler Produkte und die verbundene Kultur zelebriert. Dies war ganz einfach ein Regio-Märit oder aber auch ein Gemeindefest mit allem drum und dran. Die jeweilige Gemeinde und deren Vereine, Kulturorganisationen wurden bereits bei der Planung des Events miteinbezogen. 1. Übers Essen zur Kultur
Die moderne, technologisierte und immer zeitarme gelebte westliche Welt verliert immer mehr den Bezug zur Kultur - bis hin zur Esskultur. Es ist egal woher die Nahrung stammt, egal wie und wo sie produziert wurde. Egal welche Arbeit bis zur Produktreife geleistet wurde. Und gerade deshalb, dank dieser Entwicklung, beginnt ein Teil der Bevölkerung in den Industrienationen – auch in der Schweiz – umzudenken. Sie wollen wissen woher die Nahrung auf dem Teller kommt, wie sie produziert wurde. Ja, sogar die damalige Kultur beginnt interessant zu werden. Und hier entspringt die Idee:
Das Floss: Ein Kultur-Event der zeigt, welche Strapazen, Risiken und wie viel Zeit der Transport von Nahrungsmitteln forderte. Und selbstverständlich transportieren wir Nahrungsmittel aus einheimischer Produktion – aus der Region.
2. Die Idee
Auf spektakuläre, aber absolut authentische Art und Weise wollen wir der Schweizer Bevölkerung vor Augen führen, wie viel Herzblut und Schweiss unsere Vorfahren in den Transport ihrer Lebensmittel investierten. „Ideenlieferant“ war der wieder ins Leben gerufene Flösserkäse. Ein Exkurs in die Geschichte (siehe Punkt 4) des traditionellen Käse brachte zu Tage, was zu jener Zeit alles per Floss bis nach Deutschland geflösst wurde. Neben dem Flösserwein eine ganze Palette einheimischer Agrarprodukte. Wir lassen die Flösserei, früher ein ganz wichtiger Transportweg durch die Schweiz, wieder aufleben. Und weil viele damals befahrbare Gewässer heute zuwenig Wasser führen, gesellt sich der Landtransport mit Pferd und Wagen zum Wasserweg.
Regionalprodukte aus dem Kanton Bern werden bis nach Solothurn an die Aare geführt. Von dort geht es per Floss (rund 4 Tonnen schwer) über 96 km zu Wasser und insgesamt 15 km Flosstransport auf dem Land bis in den Rhein an die deutsche Grenze. Sechs Flösser (Pontoniere) passieren in sieben Tagesetappen u.a. zehn Kraftwerke und präsentieren sich selbstverständlich in der Kleidung von damals.
An jedem Tagesetappenziel, meistens eine Stadt oder eine grössere Gemeinde, werden eine Anzahl regionaler Produkte und die verbundene Kultur zelebriert. Dies kann ganz einfach ein Regio-Märit oder aber auch ein Gemeindefest mit allem drum und dran sein. Die jeweilige Gemeinde und deren Vereine, Kulturorganisationen werden bereits bei der Planung des Events miteinbezogen.
3. Das Ziel
Wir wollen in neun Tagen den Konsumenten zeigen, dass unsere Ernährung eng mit der Kultur zusammenhängt. Auch heute noch, nur etwas anders. Wir wollen ihnen vor Augen führen, welchen Stellenwert die Nahrung bei unseren Vorfahren hatte, und wir wollen beweisen, dass unser Essen noch mehr mundet, wenn wir wissen woher es kommt und welche Menschen und Arbeiten dahinter stecken.
Wir wollen, mit Hilfe einer in der Schweizer Geschichte erstmals in Angriff genommenen mehrtägigen Flossfahrt wie vor 500 Jahren, die Aufmerksamkeit der Konsumentenschaft auf die eng mit ländlicher Kultur verbundenen Regionalprodukte lenken.
4. Die Geschichte
Die Flösserei hatte sich mehr oder weniger unabhängig von der normalen Schifffahrt entwickelt. Mit Flossen konnte man nur zu Tal fahren. An der Emme und Aare war die Flösserei sehr verbreitet. Die schönen Tannenwälder im Bereich dieser Flüsse schufen die nötigen Voraussetzungen. Es entstand mit der Zeit ein richtiger Raubbau und die Regierungen mussten Schutzbestimmungen erlassen. Die Flosse dienten primär der Versorgung der Städte mit grossen Mengen an Nutz- und Brennholz. Um ihre Holzversorgung zu sichern wurden Ausfuhrverbote erlassen und die Flösserei wurde patentpflichtig gemacht. Die Fuhren erfolgten meistens durch die Vermittlung der Firma Belart in Olten, die im Bowald die hochgewachsenen Tannen kauften, und sie durch die Aarburger Flösser zu Flossen zusammenstellen und transportieren liessen.
Die Tannen wurden wechselweise zusammengelegt und mit drei Aufholzen gut gesichert. Mit einem speziellen Bohrer, Näpper genannt, wurden durch Aufholz und Stämme Löcher gebohrt. Mit Holzzapfen wurden die Stämme verankert. Die Flosse erreichten eine Breite von 17 bis 25 Fuss und eine Länge von 140 bis 150 Fuss ( 1 Fuss = 30,14 cm). Zum Steuern dieser grossen Gefährte wurden zwei Ruder benötigt, wovon eines vorn und eines hinten in einer soliden Führung befestigt war.
Zur weiteren Ausrüstung gehörten ein Reserve-Ruder, 40m Seil, 1 Näpper und ein Beil. Die Aarburger Flösser übernahmen Flosse aus Fluhmental (Emmenmündung) sowie im Rank zwischen Murgenthal und Rothrist. Die Aarburger übergaben die Flosse teilweise schon in Gösgen oder in der Stilli bei Brugg. Weiter als Laufenburg waren die Aarburger nicht im Einsatz. Zu Fuss wurde der Rückweg gemacht, wobei Seil, Bohrer und Beil mitgenommen wurden. Nebst dem Holz das teilweise verarbeitet war (Kanthölzer, Bohlen, Bretter, Schindeln, usw) wurden vor allem Steine und Schiefer sowie Landesprodukte (Käse, Wein, Gemüse und Kleinvieh) transportiert. Auch Importwaren wie Salz und Reis fanden den Weg auf den Flossen in die Innerschweiz.
Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und dem Bau der Flusskraftwerke wurde die Flösserei stark gefährdet. 1902 fuhr das letzte Floss von Olten nach Stilli. Es war von Samuel Hofmann, genannt der Flösser-Sämi, und Eugen Spielmann gesteuert. Der erstere aus Aarburg, der letztere aus dem Obergösger-Schachen.
Etapen und Zeitbedarf 1.72 Mb
Daten des Flosses 26.62 Kb
Weitere Informationen auf http://www.emmentalfloss.ch/.

Mit einem nachgebauten Floss "anno dazumal" haben die Pontoniere die Strecke von Solothurn bis Laufenburg befahren. An jedem Tagesetappenziel, meistens eine Stadt oder eine grössere Gemeinde, wurden eine Anzahl regionaler Produkte und die verbundene Kultur zelebriert. Dies war ganz einfach ein Regio-Märit oder aber auch ein Gemeindefest mit allem drum und dran. Die jeweilige Gemeinde und deren Vereine, Kulturorganisationen wurden bereits bei der Planung des Events miteinbezogen. 1. Übers Essen zur Kultur
Die moderne, technologisierte und immer zeitarme gelebte westliche Welt verliert immer mehr den Bezug zur Kultur - bis hin zur Esskultur. Es ist egal woher die Nahrung stammt, egal wie und wo sie produziert wurde. Egal welche Arbeit bis zur Produktreife geleistet wurde. Und gerade deshalb, dank dieser Entwicklung, beginnt ein Teil der Bevölkerung in den Industrienationen – auch in der Schweiz – umzudenken. Sie wollen wissen woher die Nahrung auf dem Teller kommt, wie sie produziert wurde. Ja, sogar die damalige Kultur beginnt interessant zu werden. Und hier entspringt die Idee:
Das Floss: Ein Kultur-Event der zeigt, welche Strapazen, Risiken und wie viel Zeit der Transport von Nahrungsmitteln forderte. Und selbstverständlich transportieren wir Nahrungsmittel aus einheimischer Produktion – aus der Region.
2. Die Idee
Auf spektakuläre, aber absolut authentische Art und Weise wollen wir der Schweizer Bevölkerung vor Augen führen, wie viel Herzblut und Schweiss unsere Vorfahren in den Transport ihrer Lebensmittel investierten. „Ideenlieferant“ war der wieder ins Leben gerufene Flösserkäse. Ein Exkurs in die Geschichte (siehe Punkt 4) des traditionellen Käse brachte zu Tage, was zu jener Zeit alles per Floss bis nach Deutschland geflösst wurde. Neben dem Flösserwein eine ganze Palette einheimischer Agrarprodukte. Wir lassen die Flösserei, früher ein ganz wichtiger Transportweg durch die Schweiz, wieder aufleben. Und weil viele damals befahrbare Gewässer heute zuwenig Wasser führen, gesellt sich der Landtransport mit Pferd und Wagen zum Wasserweg.
Regionalprodukte aus dem Kanton Bern werden bis nach Solothurn an die Aare geführt. Von dort geht es per Floss (rund 4 Tonnen schwer) über 96 km zu Wasser und insgesamt 15 km Flosstransport auf dem Land bis in den Rhein an die deutsche Grenze. Sechs Flösser (Pontoniere) passieren in sieben Tagesetappen u.a. zehn Kraftwerke und präsentieren sich selbstverständlich in der Kleidung von damals.
An jedem Tagesetappenziel, meistens eine Stadt oder eine grössere Gemeinde, werden eine Anzahl regionaler Produkte und die verbundene Kultur zelebriert. Dies kann ganz einfach ein Regio-Märit oder aber auch ein Gemeindefest mit allem drum und dran sein. Die jeweilige Gemeinde und deren Vereine, Kulturorganisationen werden bereits bei der Planung des Events miteinbezogen.
3. Das Ziel
Wir wollen in neun Tagen den Konsumenten zeigen, dass unsere Ernährung eng mit der Kultur zusammenhängt. Auch heute noch, nur etwas anders. Wir wollen ihnen vor Augen führen, welchen Stellenwert die Nahrung bei unseren Vorfahren hatte, und wir wollen beweisen, dass unser Essen noch mehr mundet, wenn wir wissen woher es kommt und welche Menschen und Arbeiten dahinter stecken.
Wir wollen, mit Hilfe einer in der Schweizer Geschichte erstmals in Angriff genommenen mehrtägigen Flossfahrt wie vor 500 Jahren, die Aufmerksamkeit der Konsumentenschaft auf die eng mit ländlicher Kultur verbundenen Regionalprodukte lenken.
4. Die Geschichte
Die Flösserei hatte sich mehr oder weniger unabhängig von der normalen Schifffahrt entwickelt. Mit Flossen konnte man nur zu Tal fahren. An der Emme und Aare war die Flösserei sehr verbreitet. Die schönen Tannenwälder im Bereich dieser Flüsse schufen die nötigen Voraussetzungen. Es entstand mit der Zeit ein richtiger Raubbau und die Regierungen mussten Schutzbestimmungen erlassen. Die Flosse dienten primär der Versorgung der Städte mit grossen Mengen an Nutz- und Brennholz. Um ihre Holzversorgung zu sichern wurden Ausfuhrverbote erlassen und die Flösserei wurde patentpflichtig gemacht. Die Fuhren erfolgten meistens durch die Vermittlung der Firma Belart in Olten, die im Bowald die hochgewachsenen Tannen kauften, und sie durch die Aarburger Flösser zu Flossen zusammenstellen und transportieren liessen.
Die Tannen wurden wechselweise zusammengelegt und mit drei Aufholzen gut gesichert. Mit einem speziellen Bohrer, Näpper genannt, wurden durch Aufholz und Stämme Löcher gebohrt. Mit Holzzapfen wurden die Stämme verankert. Die Flosse erreichten eine Breite von 17 bis 25 Fuss und eine Länge von 140 bis 150 Fuss ( 1 Fuss = 30,14 cm). Zum Steuern dieser grossen Gefährte wurden zwei Ruder benötigt, wovon eines vorn und eines hinten in einer soliden Führung befestigt war.
Zur weiteren Ausrüstung gehörten ein Reserve-Ruder, 40m Seil, 1 Näpper und ein Beil. Die Aarburger Flösser übernahmen Flosse aus Fluhmental (Emmenmündung) sowie im Rank zwischen Murgenthal und Rothrist. Die Aarburger übergaben die Flosse teilweise schon in Gösgen oder in der Stilli bei Brugg. Weiter als Laufenburg waren die Aarburger nicht im Einsatz. Zu Fuss wurde der Rückweg gemacht, wobei Seil, Bohrer und Beil mitgenommen wurden. Nebst dem Holz das teilweise verarbeitet war (Kanthölzer, Bohlen, Bretter, Schindeln, usw) wurden vor allem Steine und Schiefer sowie Landesprodukte (Käse, Wein, Gemüse und Kleinvieh) transportiert. Auch Importwaren wie Salz und Reis fanden den Weg auf den Flossen in die Innerschweiz.
Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und dem Bau der Flusskraftwerke wurde die Flösserei stark gefährdet. 1902 fuhr das letzte Floss von Olten nach Stilli. Es war von Samuel Hofmann, genannt der Flösser-Sämi, und Eugen Spielmann gesteuert. Der erstere aus Aarburg, der letztere aus dem Obergösger-Schachen.
Etapen und Zeitbedarf 1.72 Mb
Daten des Flosses 26.62 KbWeitere Informationen auf http://www.emmentalfloss.ch/.


